Kolumne

Die Qual ein Anfänger zu sein

Aller Anfang ist schwer, das sagte schon Ovid. Das ist mittlerweile ziemlich lange her und trotzdem ist dieser Satz noch genauso gültig wie eh und je. Das gilt besonders für die Fotografie, denn hier gilt es viele Dinge neu zu lernen.

Wie gehe ich mit meiner Kamera um? Wie funktioniert das überhaupt mit Blende und Belichtungszeit? Und wer oder was ist überhaupt ein ISO? Dabei hat man so viele Ideen im Kopf, die man verwirklichen will. Wenn man es dann versucht und die Fotos am Ende ganz anders aussehen als die Bilder, die man vor seinem geistigen Auge bereits gesehen hat, kann das schon frustrierend sein.

Wenn ich mir heute meine ersten Bilder ansehe (von denen ich auch viele im Internet hochgeladen habe), fällt mir nur ein Wort ein: cringeworthy. Die Umsetzung ist grauenhaft, von der Nachbearbeitung ganz zu schweigen. Aber bei dem ein oder anderen Bild erkennt man, dass ich eine Idee hatte, etwas visualisieren wollte und mir einfach das technische Können fehlte.

Das ist das Kreuz, das man als Anfänger zu tragen hat – Man will, aber man kann eben nicht so wie man will. Das Internet kann dabei Fluch und Segen zugleich sein. Auf der einen Seite kann  man sich informieren und Neues lernen, auf der anderen aber ist man auch ständig mit den Fotos richtig guter Fotografen konfrontiert.

Mr_Teddy_by_OKguys
Erste Versuche in der Fotografie sind nicht selten grauenhaft

Für Viele ist das ein Ansporn, für andere hingegen (mich eingeschlossen) ist das einfach nur frustrierend. Mittlerweile habe ich Einiges dazugelernt, auch wenn ich noch häufig vor dem Problem, dass ich meine Bilder nicht so umsetzen kann wie ich möchte.

Aber mal ehrlich, ist Anfänger sein wirklich eine Qual? Wenn man sich entmutigen lässt, ist es eine Qual. Wenn man sich selbst bemitleidet, auch dann ist es eine Qual. Aber wenn man die Fotografie als Lernprozess begreift und immer fleißig übt und dazulernt, kann Anfänger sein auch Spaß machen. Immerhin – wenn man sich denn Mühe gibt – die Lernkurve eines Anfängers die steilste.

Ihr habt es sicher schon tausendmal gehört, aber auch ich kann euch nur eines mit auf den Weg geben: Lasst euch nicht entmutigen und habt Spaß! Das sollte man nicht vergessen, egal wie viele gute Bilder man von anderen Fotografen sieht, die ihr Handwerk längst beherrschen.

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2 comments

  • Solche offenen Worte helfen durchzuhalten ;-)
    Es macht aber auch Spaß, neu gelerntes nachträglich auf die Fotosammlung anzuwenden. Ich schneide z. B. gerade einige Fotos nach und habe aha-Effekte, wie wichtig der Bildschnitt ist.

    • Das freut mich :)
      Das stimmt! Auch im Nachhinein kann man nochmal eine ganze Menge aus den Bildern rausholen.

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