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Fragen an Jonas Jäschke

Wenn die Fotografie zur Leidenschaft wird und einen nicht mehr loslässt. Genau das ist Jonas Jäschke vor rund zwei Jahren passiert. Der 26-Jährige fotografiert im Raum Bielefeld und Paderborn und kommt somit aus meiner Heimatgegend. Bereits von Beginn an konnte ich seinen Weg begleiten und bin begeistert, wie weit er schon gekommen ist. Jonas, der ausgebildeter Mediengestalter ist, hat sich nun unseren Fragen gestellt:

Wie kamst Du zur Fotografie?
Seit meinem 16. Geburtstag habe ich meine Jugend mit Musizieren verbracht. Gitarrist einer fünf-köpfigen Band zu sein, war zu der Zeit das Größte für mich. Nach einigen Jahren Zuhörerquälerei wurde ich mit meiner Band sogar noch recht erfolgreich. Aus gesundheitlichen Gründen mussten wir die Karriere allerdings frühzeitig für ein ganzes Jahr pausieren, was uns selbstverständlich von unserem Höhenflug wieder auf den Proberaumteppich holte. Aus dieser Not heraus bauten wir uns kurzerhand ein eigenes Tonstudio und planten nicht nur uns, sondern auch andere Künstler mit 1a Tonaufnahmen versorgen zu können. Es entwickelte sich die Idee, komplette Promo-Pakete für Bands anzubieten – Bandfotos, Musikvideos … das ganze Programm. Doch dazu musste es natürlich jemanden geben, der sich eine Kamera anschafft und den Umgang mit ihr lernt. Um dies zu trainieren, posierten anfangs die engsten Freundinnen mehr oder weniger freiwillig in den eigenen vier Wänden für mich und sorgten somit für meinen Start in die Welt der Fotografie.

Welches Equipment benutzt Du hauptsächlich?
Zu meinem eingespielten Team zählt eine Canon 5D MK III und ein SIGMA 35mm F1.4. Diese Kombination nutze ich bei über 90% meiner Bilder. Da ich fast ausschließlich mit vorhandenem Licht arbeite, kommt hin und wieder ein Reflektor / Diffusor zum Einsatz.

Wie würdest Du deinen eigenen Stil in drei Worten beschreiben?
Lebendig, Leidenschaftlich, Persönlich

Jonas Jäschke

Gibt es Künstler zu denen Du aufblickst oder die Du als Vorbild siehst?
Im Laufe der Zeit sind mir wirklich unglaublich viele inspirierende Menschen über den Weg gelaufen. Ein paar davon durfte ich bereits persönlich kennen lernen. Meine Top 6 setzt sich zusammen aus:
André Josselin
Julia Trotti
Dan von I Make Films
Eric Cimbal
Per Florian Appelgren
Toby von Pixoom Photographie

Was inspiriert Dich?
Es sind nicht zwingend Fotos und Videos, die mich faszinieren und inspirieren. Es ist die Art, wie Menschen auftreten, was sie erleben und wie sie nach Außen kommunizieren.
Inspiration hole ich mir hauptsächlich, wenn ich im Auto sitze, umherfahre, Musik höre und wild Schlagzeug-Rhythmen auf dem Lenkrad trommle. Oftmals sehe ich Gebäude, Plätze, Schaufenster oder aber auch „verrückte“ Menschen in irren Klamotten, die mir eine Idee in den Kopf setzen. Kurz rechts rangefahren, Nachricht an potentielles Model verschickt und klar ist das nächste Shooting!

Was ist Dein Lieblingsfoto im Portfolio? Und warum?
Mein aktuelles Lieblingsfoto ist das Titelbild meiner Serie „Trouble“ mit Jill Pesci, das ich in Köln geschossen habe. Hier überzeugen mich besonders die Farben und Jills berührender Blick. Ich kann mich an diesem Foto einfach nicht satt sehen.
Jonas Jäschke

Hast Du einen Tipp (für Anfänger)?
Ich denke Anfängern großartig Tipps zu geben, wie sie ihr Bild zu gestalten haben, ist kein guter Ansatz. Autodidaktisch zu lernen hat in meinen Augen jede Menge Vorteile. Ich gebe seit vergangenem Jahr auch Workshops für Einsteiger. In insgesamt 4 Stunden versuche ich dort zu vermitteln, dass Locations an jeder Ecke lauern, es gewisse Regeln gibt, um ein Bild angenehm wirken zu lassen, und wie man mit natürlichem Licht unterschiedliche Bildstile erzeugen kann. Dies sind meiner Meinung nach Punkte, die Anfängern häufig Schwierigkeiten bereiten. Sie sollten vor allem aber nicht vergessen ihrem eigenen Charakter genügend Platz zu lassen.

Analog oder digital?
Digital!

Was begeistert Dich am Fotografieren?
Es ist die Vielfältigkeit, die mich immer wieder überrascht. Zum einen lerne ich fast täglich neue tolle Leute kennen, die das selbe Hobby wie ich teilen und dennoch unterschiedlich interpretieren. Zum Anderen sind es, wie bereits erwähnt, die wahnsinnig vielen Spots die man durch das Fotografieren entdeckt.
Mich persönlich hat das Fotografieren außerdem stark verändert. Aus einem unsicheren und eher schüchternen Jungen habe ich mich zu einem selbstbewussten Typen entwickelt, dem auch Gespräche mit fremden Leuten keine schlotternden Knie und verknotete Stimmbänder bereiten.

Welches Motiv fehlt noch in Deinem Portfolio?
Ich denke diese Frage ist für mich nicht eindeutig zu beantworten. Mein Ziel ist es noch einmal eine Fotoreise durchs Ausland zu starten. Eine Fototour mit gleichgesinnten (Models und Fotografen) … Wenn jemand Interesse hat?! -> Bitte melden :)

Welcher Fotospot hat Dich am meisten fasziniert?
Besonders hat mich im vergangenen Jahr die Fahrt in die Schweiz fasziniert. Ich habe dort eine Freundin besucht, die mir die Wälder, Seen, Berge und Städte des Nachbarlands gezeigt hat. Den Ausblick vom Fronalpstock werde ich nicht so schnell wieder vergessen. Ich habe nämlich die Temperaturen dort oben um einiges überschätzt und saß mit Shorts einige Stunden auf dem Berg fest … dass die Seilbahn Samstag Abends nur alle zwei Stunden runter fährt, haben wir nämlich ebenfalls zu spät realisiert. Aus diesem Grund bleibt dieser Ausflug etwas ganz besonderes für mich ;) Meine Fotoreportage vom Schweiz-Trip gibt es übrigens auf meinem Blog zu finden. Ich denke Bilder sagen an dieser Stelle mehr als 1000 Worte: Mein Schweiz-Trip.

Jonas Jäschke

Wenn ihr nun auf noch mehr Bilder von Jonas Lust habt, dann guckt auf seinem Blog vorbei! Selbstverständlich hat er auch eine Facebook-Seite, die er regelmäßig mit tollem Inhalt und Outtakes & Behind the Scenes füllt :)

Welchen Fotografen sollen wir als Nächstes interviewen? Falls ihr bestimmte Wünsche habt, lasst es uns wissen!

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